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Malaysia – Faszination und Mystik – Teil 3
Author: Reise Berichte
Abenteuer pur auf ganz besondere Art sind die ostmalaysischen Staaten Sabah und Sarawak auf der Insel Borneo. Beide Staaten bieten riesige undurchdringliche Regewälder, lange Flüsse, immens alte Höhlen und tropische Inseln und Atolle, die ebenfalls entdeckt werden möchten. Auch die Vielfalt an wilden Tieren, Pflanzen und Meeresleben ist unglaublich. Der grösste lebende Primate – der Orang-Utan – und die grösste Blume der Welt – die Rafflesia – sind hier zu Hause. Es gibt unzählige Naturattraktionen auch für den kritischsten Umweltbeobachter und für alle, die das Abenteuer suchen. Bergsteiger werden der Versuchung, den Mount Kinabalu in Sabah zu besteigen, nicht widerstehen können. Wer Höhlen liebt, muss zu den Niah oder den Mulu Caves – gigantische Höhlensysteme, die bis heute nicht komplett erforscht sind. Die Marineparks bieten unberührte Paradiese voller Leben in kristallklarem Wasser zum Tauchen.
Sabah, das „Land unter dem Wind“, grenzt im Westen an das Südchinesische Meer und im Osten an die Sulu und Zelebes See mit einer Küstenlinie von etwa 1.440 Kilometern Länge. Die knapp zwei Millionen Bewohner setzen sich aus 32 unterschiedlichen Volksstämmen, Kulturen und ihren Dialekten zusammen. Die drei grössten Gruppen der Ureinwohner in Sabah sind die Kadazan-Dusun, die Murut und die Bajau. Die Kadazan-Dusun stellen etwa ein Drittel der Bevölkerung und leben im Landesinneren. In erster Linie Reisfarmer, handeln sie heute auch mit anderen Waren. Die Reisernte ist ein wichtiges Ritual und viele religiöse Riten begleiten die Ernte. Hauptpersonen dabei sind Priesterinnen, die Bobohizan genannt werden.
Die Muruts leben in der Nähe der Grenze zu Sarawak und Kalimantan und sind Bauern und Jäger. Viele von ihnen leben heute noch in Langhäusern. Hochzeiten bei den Muruts sind besonders grosse Feste mit jeder Menge Spass und fröhlichen Ritualen.
Die Bajaus bilden die zweitgrösste Gruppe der Ureinwohner. Sie leben an der West- und Ostküste. Die Bajaus an der Ostküste sind Meernomaden, die nur auf das Festland kommen, um ihre Toten zu beerdigen. Die Westküsten Bajaus sind Bauern und berühmt für ihre Reitkünste. Diese „Cowboys“ in ihren schmucken Kostümen fügen lokalen Festen ein typisches Sabah-Bild hinzu.
In der Hauptstadt Kota Kinabalu, die während des II. Weltkrieges komplett zerstört wurde, vermischen sich europäische, malaysische und chinesische Kulturen in alten chinesischen Ladenhäusern, traditionellen Marktplätzen und Hochhäusern mit modernen Einkaufsmöglichkeiten. Sie ist idealer Ausgangspunkt für viele Abenteuer in Sabah. Der 4.093 Meter hohe Mount Kinabalu ist eine Herausforderung für alle Bergsteiger.
Heisse Schwefelquellen warten auf Besucher. An den Ufern des mit 530 Kilometern längsten Flusses in Borneo (Kinabatangan River) leben die skurrilen Nasenaffen, Orang-Utans, Makaken, Elefanten, gefleckte Leoparden, Nashornvögel, Krokodile, Zibetkatzen, Eisvögel und Silberreiher und noch viele weitere Tierarten. Wasserschildkröten, Sumatra Nashörner, dichter Dschungel und bunte Orchideen können ebenso erkundet werden, wie Sepilok, ein Orang-Utan Schutzgebiet, in dem junge und kranke Orang-Utans gesund gepflegt und so lange in natürlicher Umgebung trainiert werden, bis sie wieder alleine in freier Wildbahn lebensfähig sind. In dem 5,6 Hektar grossen Urwaldgebiet Sepilok haben auch viele andere Säugetiere und mehr als 200 Vogelarten ein neues zu Hause gefunden.
Sarawak, das Land der Nashörnvögel, der vielen Flüsse und des Pfeffers, lockt mit seinen Regenwäldern und den unterschiedlichen Lebensweisen seiner Ureinwohner. Sarawak ist Malaysias grösster Staat. Die 1,7 Millionen Einwohner setzen sich aus 23 Volksstämmen zusammen. Ibans und Chinesen machen ein Drittel der Bevölkerung aus – dann folgen die Malaien, die Bidayuh, Melanau und die Orang Ulu. Die Ibans – die ehemaligen Kopfjäger – leben vom Fischfang, vom Ackerbau und vom Jagen.
Die Malaien sind meist Bauern und Fischer und leben in den Küstengebieten. Die Bidayuhs waren ursprünglich Siedler an der Küste, doch sie wurden von Piraten ins Landesinnere gejagt. Die offiziell ersten Siedler in Sarawak waren die Melanaus, die vom Fischfang lebten. Viele dieser Volksgruppen haben sich an den Flüssen angesiedelt – meist leben alle Dorfbewohner im wahrsten Sinne des Wortes unter einem Dach: In Langhäusern. Sie sind sehr gastfreundlich und viele Besucher übernachten während ihres Aufenthaltes auch für eine Nacht im Langhaus.
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